F&B-Capture-Rate – vollständige Definition
Kurz: Die F&B-Capture-Rate gibt an, welcher Anteil der Hotelgäste das hauseigene Food-&-Beverage-Angebot tatsächlich nutzt, und ist damit der zentrale Leistungsindikator dafür, wie gut ein Hotel seinen Logis-Gast als Gastronomie-Gast gewinnt.
Definition.
Die F&B-Capture-Rate setzt die Anzahl der Gäste, die im hoteleigenen Restaurant, an der Bar oder im Roomservice konsumieren, ins Verhältnis zur Gesamtzahl der im Hotel übernachtenden Gäste. Eine hohe Capture-Rate bedeutet, dass das Haus seinen Gästen ein attraktives, zugängliches gastronomisches Angebot bietet – und dass die interne Gästeführung funktioniert. Eine niedrige Rate kann auf Öffnungszeiten-Probleme, fehlende Kommunikation am Check-in, mangelnde Attraktivität des Angebots oder schlicht eine stadtnahe Lage mit starker externer Konkurrenz hindeuten.
Formel.
F&B-Capture-Rate = Anzahl F&B-Gäste (Hotelgäste) / Gesamtzahl Hotelgäste × 100
(separat messbar für Frühstück, Abendessen, Bar etc.)
Rechenbeispiel.
Ein Hotel hat an einem Abend 80 belegte Gäste. Im hauseigenen Restaurant speisen 28 davon. Die F&B-Capture-Rate für das Abendessen beträgt 35 Prozent. Beim Frühstück, das im Zimmerpreis inkludiert ist, liegt die Rate naturgemäß deutlich höher.
Praxis-Hinweis.
Die Capture-Rate kann durch gezielte Maßnahmen am Check-in, digitale Gästeführung und attraktive Tagesangebote merklich erhöht werden. Eng verwandt mit dem F&B-Ergebnis.
Die F&B-Capture-Rate ist einer der ehrlichsten Indikatoren für die Gastführung im Haus. Wenn der Gast nach dem Check-in direkt zum Restaurant um die Ecke geht, hat das Hotel irgendwo versagt – im Angebot, in der Kommunikation oder in beidem.
– Maximilian Bräu