Break-Even-Belegungsquote – vollständige Definition
Kurz: Die Break-Even-Belegungsquote gibt die Mindestauslastung an, die ein Hotel bei gegebenen Fixkosten und aktuellem ADR erreichen muss, um die operativen Kosten zu decken – ein zentrales Planungsinstrument für Budgetierung und Szenariorechnung.
Definition.
Die Break-Even-Belegungsquote beantwortet die Frage: Wie viele Zimmer müssen mindestens verkauft werden, damit das Haus seine Kosten deckt? Sie setzt die Gesamtfixkosten ins Verhältnis zum Deckungsbeitrag pro belegtem Zimmer – also dem ADR abzüglich der variablen Kosten je Zimmernacht. Liegt die tatsächliche Belegungsquote unter dem Break-Even, läuft das Haus im Verlust; jeder Prozentpunkt Belegung über dem Break-Even trägt direkt zur Ergebnisverbesserung bei.
Formel.
Break-Even-Belegungsquote = Fixkosten / (Deckungsbeitrag je Zimmer × verfügbare Zimmer) × 100 %
Rechenbeispiel.
Ein Hotel mit 50 Zimmern hat monatliche Fixkosten von 90.000 EUR. Der ADR liegt bei 120 EUR, die variablen Kosten je Zimmernacht bei 30 EUR. Deckungsbeitrag je Zimmer: 90 EUR. Verfügbare Zimmernächte: 1.500 (30 Tage × 50 Zimmer). Break-Even-Belegungsquote: 90.000 / (90 × 1.500) × 100 = 66,7 Prozent.
Praxis-Hinweis.
Die Break-Even-Belegungsquote verändert sich mit jeder Kostenstrukturänderung und mit jeder Preisanpassung – sie gehört zur Budgetplanung und sollte bei wesentlichen Entscheidungen (Saisonöffnung, Renovierung, Personalaufbau) immer neu berechnet werden.
Die Break-Even-Belegungsquote ist die ehrlichste Zahl im ganzen Controlling – sie sagt einem, ab wann man nicht mehr drauflegt. Überraschend viele Betriebe kennen diese Zahl für ihr eigenes Haus nicht.
– Maximilian Bräu