Deckungsbeitrag – vollständige Definition
Kurz: Der Deckungsbeitrag (DB) gibt an, welcher Anteil des Umsatzes nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten und zur Erzielung eines Gewinns verbleibt; im Hotel wird er nach Abteilung und Erlösart (DB1, DB2) stufenweise berechnet, um Preis- und Kapazitätsentscheidungen zu fundieren.
Definition.
Der Deckungsbeitrag misst, wie viel ein einzelnes Zimmer, ein F&B-Outlet oder eine Veranstaltung nach Abzug seiner direkt zurechenbaren variablen Kosten zum Gesamtergebnis beiträgt. Im Hotel-Controlling unterscheidet man typischerweise: DB1 (Umsatz minus variable Einzelkosten, z. B. Wäsche, Reinigung, variable Energiekosten pro Zimmer) und DB2 (DB1 minus abteilungsbezogene Fixkosten, z. B. Housekeeping-Grundbesetzung, Abteilungsleitung). Ein negativer DB1 bedeutet: Jede verkaufte Einheit macht die Verlustlage schlimmer – ein in der Praxis unterschätztes Signal.
Formel.
DB1 = Umsatz − variable Kosten je Einheit
DB2 = DB1 − abteilungsbezogene Fixkosten
Rechenbeispiel.
Ein Doppelzimmer wird für 100 EUR verkauft. Variable Kosten (Wäsche, Reinigung, Frühstück, Amenities): 35 EUR. DB1 = 65 EUR. Abteilungsbezogene Fixkosten (anteilig Housekeeping-Grundbesetzung): 20 EUR. DB2 = 45 EUR. Erst dieser Wert zeigt, was das Zimmer tatsächlich zur Deckung der Gemeinkosten beisteuert.
Praxis-Hinweis.
Deckungsbeitragsrechnungen nach Zimmertyp, Outlet und Segment ermöglichen Entscheidungen, die reine Umsatz- oder Belegungsbetrachtungen nicht erlauben – zum Beispiel: Soll man ein schwach ausgelastetes Restaurant für eine Privatveranstaltung schließen, oder ist der Deckungsbeitrag des Normalbetriebs höher? Eng verwandt mit F&B-Ergebnis und GOP.
Die meisten Hoteliers steuern nach Umsatz und Belegung – und wissen nicht, welche Zimmer, welcher Outlet, welches Segment wirklich zum Ergebnis beiträgt. Deckungsbeitragsrechnung ist keine Wissenschaft. Es ist das Handwerk, das fehlt.
– Maximilian Bräu